• Hochbeete und Holzmangel

Hochbeete und Holzmangel

03.05.2021

Neulich habe ich im Gartencenter Folgendes beobachtet: Ein Paar hatte sich für den Garten ein kleines Projekt vorgenommen. Geplant wurde ein Hochbeet, mit praktischem Frühbeet- Aufsatz, und dazu ein kleiner Geräteschuppen, ebenfalls Marke Eigenbau. Ein schönes und alltägliches Projekt. Eigentlich. Aber: Vielerorts ist das passende Lättli oder die Sperrholzplatte Mangelware, sind einzelne Holzprodukte teurer geworden und die Lieferfristen lang. Vielleicht haben Sie es auch schon selbst erlebt? Holz ist derzeit Mangelware, wie man an verschiedenen Orten nachlesen kann. Beispielsweise beim Verband Holzwerkstoffe Schweiz (HWS). Der Branchenverband schreibt, dass sich innerhalb weniger Monate die Lage am Holzmarkt drastisch verschärft hat, so dass die Verarbeiter vorderhand mit längeren Lieferzeiten und höheren Preisen arbeiten müssen. Europäische Händler sprechen von den akutesten Lieferproblemen, die sie je erlebt haben. Die Holzwerkstoffhändler in der Schweiz arbeiten weiterhin intensiv daran, den Markt bedienen zu können.

Ähnliches hört man aus Deutschland. Wer heute Holz bestellt, muss bis zu vier Monate auf die Lieferung warten und weiss nicht, was er am Ende für die erhaltene Ware bezahlt. Nach Angaben des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe sei der Preis für Bauholz seit Herbst vergangenen Jahres um 15 bis 20 Prozent gestiegen. Aber nicht nur Holz ist Mangelware. Auch andere Baustoffe sind knapp geworden. Der deutsche Bundesverband Farbe berichtet von 50 Prozent Preissteigerung bei Wärmedämmung und Trockenbauprofilen. Für viele Produkte gelten nicht mehr Katalogpreise, sondern Tagespreise.

Die Ursachen für diese Lieferengpässe und Preisexplosionen sind vielfältig. Da sind unter anderem die weltweit massiv erhöhte Nachfrage, die Einschränkungen durch Corona an Produktionsstandorten und auch immer mehr ein Mangel an Transportmöglichkeiten, vom Lastwagen bis zum Schiff. Der Verband Holzwerkstoffe Schweiz schreibt: «So kostet ein Container aus China aktuell bis zu 10 000 Franken, im Oktober letzten Jahres waren es noch rund 2000 Franken gewesen.» Man darf sich also nicht wundern, wenn nicht alles immer und überall verfügbar ist. Ich hoffe sehr für die Wirtschaft, dass sich die Lage bald bessert. Und Ihnen wünsche ich, dass Ihr Projekt – vom Neubau über den Umbau bis zum Hochbeet-Bau – gelingt, und dass es Ihnen viel Freude macht.